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Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)

Aktuelles rund um das Gesetzgebungsverfahren und die potentiellen Auswirkungen

Stand: 14. Oktober 2026 · Regierungsentwurf, noch nicht vom Bundestag beschlossen

Die Pflegereform kommt. Wir haben sie uns angesehen. Und wir sind für dich da.

Am 30.09. hat das Bundeskabinett den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) beschlossen. Für viele von euch, die zu Hause gepflegt werden oder Angehörige pflegen, kann das Einschnitte bedeuten. Unsere beiden Geschäftsführer Nick und Alex Nolte geben in diesem Video ihre erste Einschätzung.

Neu: Unsere Stellungnahme zum PNOG, mit konkreten Forderungen, was sich ändern muss.

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Mehr Informationen

Was wir aktuell wissen

Wir sind keine Politiker und wollen nichts größer oder kleiner machen, als es ist. Das ist der Stand aus dem Regierungsentwurf:

  • Die Verhinderungspflege soll in ihrer bisherigen Form wegfallen bzw. umgebaut werden.
  • Die Möglichkeit, das Sozialraumbudget (jetziger Entlastungsbetrag) anzusparen, soll entfallen.
  • Ein neues Überbrückungsbudget soll stärker reguliert werden. Wer darauf zugreifen kann, ist bisher eng gefasst.
  • Das neue Entlastungsbudget (derzeit Pflegegeld) steigt geringfügig.
  • Es gibt aktuell noch keine Übergangslösung für den Entlastungsbetrag 2026 und die Frage, ob dieser noch entsprechend der alten Rechtsprechung bis zum 30.06.2027 genutzt werden kann.
    (Pflege-Dschungel.de hat gemeinsam mit dem Verein Pflegende Angehörige e.V. hierzu einen offenen Brief an das Bundesministerium für Gesundheit geschrieben. Hier geht es zu dem offenen Brief.)

Viele Einzelheiten sind noch offen. Wie sich das im Alltag auswirkt, lässt sich heute nicht seriös sagen. Wir halten es aber für sehr fraglich, ob das Überbrückungsbudget auffangen kann, was wegfällt.

Warum uns das beschäftigt

Nach unseren Zahlen werden über 50 Prozent unserer Reisenden zu Hause gepflegt. Über die Verhinderungspflege laufen dort längst nicht nur Reisen. Es geht um die Nachbarin, die einspringt, um das Netzwerk, das sich Familien über Jahre aufgebaut haben, um all die kleinen Dinge, die den Alltag tragen. Was davon wegfallen soll, betrifft Millionen Menschen. Unsere Reisen sind dabei ein kleiner Teil.

Noch ist nichts entschieden

Der Entwurf geht jetzt in das parlamentarische Verfahren. Dort kann sich noch viel ändern. Genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu melden.

Was du tun kannst:

  1. Schreib den Abgeordneten in deinem Wahlkreis. Ein paar ehrliche Sätze aus deinem Alltag reichen. Häng unsere Stellungnahme an.
  2. Schließ dich mit anderen zusammen, etwa über Verbände oder Selbsthilfegruppen vor Ort.
  3. Erzähl es weiter. Viele Menschen kennen den Entwurf noch gar nicht.

Wir wissen, dass niemand im Alltag Zeit dafür hat. Und trotzdem: Wenn viele sich melden, wird es gehört.

Unsere Stellungnahme: Was sich im PNOG ändern muss

Wir haben aufgeschrieben, was der Entwurf für Menschen mit Behinderung und ihre pflegenden Angehörigen bedeutet. Und was wir uns stattdessen wünschen.

Ein Beispiel aus unserer Rechnung: Mit Pflegegrad 2 bis 5 gehen pro Person bis zu 4.936 € im Jahr an Unterstützung verloren, die heute für Entlastung zur Verfügung stehen. Das Geld ist vor allem für planbare Auszeiten gedacht. Wer sie sich künftig nicht mehr leisten kann, trägt die Last allein.

Das fordern wir:

  • Planbare Entlastung muss möglich bleiben, nicht nur Notfälle.
  • Das Sozialraumbudget muss ansparbar bleiben und auch für Pflegegrad 1 gelten.
  • Auch Anbieter von Ferienbetreuung und Urlaubsreisen brauchen Zugang zum Überbrückungsbudget.

Leite diese Stellungnahme gerne an den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis weiter oder teile sie auf Social Media.

Was wir tun

Wir arbeiten mit aller Kraft gegen diese Entwicklung, gern gemeinsam mit euch. Wenn ihr Fragen habt oder nicht wisst, was das Ganze für euch bedeutet, meldet euch bei uns: 05251.889500 · Info@YAT-Reisen.de

In den nächsten Wochen laden wir zu einer Informationsveranstaltung ein. Die Einladung bekommt ihr per Mail.

Zur Einordnung: Reisen und Unterstützung

Wenn es um Unterstützung bei den behinderungsbedingten Mehrkosten unserer Reisen geht, gibt es weitere Wege, etwa die Eingliederungshilfe. Dazu sprechen wir in der Informationsveranstaltung. Unser Partnerverein, der Freizeit ohne Barrieren e.V., fördert außerdem mit der Initiative – Urlaubsträume erfüllen Reisen mit bis zu 2.000 €.

Initiative – Urlaubsträume erfüllen

Bereits in 2021 hat unser Partnerverein, der Freizeit ohne Barrieren e.V. (kurz: FoB), die Initiative – Urlaubsträume erfüllen gegründet. Ziel ist es, all diejenigen Menschen mit Behinderung zu unterstützen, die durch das Raster der Pflegeversicherung fallen und für die pflege- und Betreuungsbedingten Kosten ihrer Urlaubsreise keine Unterstützung erhalten. Finanziert wird die Initiative durch Spenden von Privatpersonen und Unternehmen.

Solltest du weder durch die Pflegeversicherung noch durch die Eingliederungshilfe finanzielle Unterstützung für deine Reise erhalten, stelle gerne einen Antrag auf Reiseförderung bei der Initiative.

Alle Informationen und Kontaktdaten der beiden Ansprechpartnerinnen Karin und Sabrina findest du auf der Website des FoB. Klicke hier, um direkt auf die Seite zu gelangen.